Mein Weg zum Traumgewicht: 8kg in 6 Wochen verloren.

Mein Weg zum Traumgewicht: 8kg in 6 Wochen verloren.


Abnehmen sieht von außen so schwer aus. Gewicht ist eh so ein schwieriges Thema, kaum jemand redet wirklich offen drüber. Und mittlerweile sind so viele Falschinformationen im Umlauf, dass sowieso kaum noch jemand weiß, was „Richtig Essen“ jetzt überhaupt heißt.

Zum Glück habe ich nun meinen Weg gefunden, um mein Gewicht selbst zu bestimmen. Damit habe ich in den letzten 6 Wochen 8kg abgenommen. Weil ich selbst Erfahrungsberichte von anderen Menschen sehr motivierend finde, möchte ich heute meine Erfahrungen teilen.

Warum nehme ich ab?

„Ich möchte wieder schlank sein“ klingt so banal, aber darauf läuft es hinaus. Ich möchte beim Blick in den Schrank nicht mehr überlegen, für welche Teile ich im Moment zu viel Bauch habe. Ich möchte, dass mir beim Shoppen wieder mehr Klamotten passen. Im Moment sieht vieles so unvorteilhaft aus. Einkaufen macht so keinen Spaß. Ganz zu schweigen davon, dass auch XL langsam nicht mehr passte und XXL in „normalen“ Läden schon schwierig zu finden ist.

Sport vermisse ich auch. Den Spaß an der Bewegung. Das Gefühl nach dem Sport, etwas getan zu haben. Ich habe es letztes Jahr mit Spaß am Sport mit Seilspringen versucht. Nach einigen Versuchen hatte ich aber bei 30kg Übergewicht zu sehr Sorgen um meine Gelenke.

Im Moment bin ich sowas von unsportlich. Ich weiß gar nicht, wie ich meine ganzen Massen in Bewegung bringen soll. Yoga wäre ja auch mal wieder schön. Das habe ich früher gerne gemacht. Deshalb weiß ich leider auch ganz genau, bei welchen Übungen der Speck wo klemmen würde. Dieses Gefühl möchte ich einfach nicht.

So habe ich mit dem Abnehmen angefangen

Im Januar wurde mir @erzaehlmirnix in die Twitter-Timeline gespült. Darüber kam ich auf ihr Buch „Fettlogik überwinden (bei Amazon ansehen)*“.

Fettlogiken sind diese Halb- und Unwahrheiten, die über Ernährung, Gesundheit und den Körper im Umlauf sind. Mittlerweile hat jeder Mensch sein Päckchen Fettlogiken, die er irgendwann mal irgendwo aufgeschnappt hat. Das Buch zeigt für jede Fettlogik anhand von Studien, warum sie falsch sind.

Meine persönlich krasseste Fettlogik war: „Viele Dünne können essen was sie wollen, weil ihr Stoffwechsel einfach viel schneller ist als meiner.“ Das war für mich eine Tatsache. Tjo, eine Studie fand heraus: Dünne Menschen können essen was sie wollen, weil sie nicht viel essen wollen. Dickere Menschen wollen mehr essen. Manchmal ist es so simpel.

Nach und nach hat das Buch alle meine Ausreden kaputt gemacht. Am Ende war klar: Ich bin selbst schuld, dass ich zu viel wiege. Das ist jetzt tricky, denn:

Sind alle Dicken einfach nur selbst schuld?

Ja und Nein.

Ja, denn am Ende läuft es schlicht und ergreifend auf eine einfache Formel hinaus: Wer mehr Kalorien zu sich nimmt, als er verbrennt, setzt Fett an.

Ja, denn das eigene Essen hat eigentlich jeder selbst in der Hand.

Nein, denn nicht immer ist Dicken überhaupt bewusst, dass es da ein Problem gibt.

Nein, denn „Ernährung ändern“ ist eine Verhaltensumstellung. Verhaltensumstellungen fallen meistens schwer.

Trotz aller Studien zu Risiken von Übergewicht war mir persönlich nämlich gar nicht so genau klar, wann Übergewicht schädlich wird. Ich wusste, dass Adipositas übel ist. Mir war aber nicht klar, ab welchem Gewicht das losgeht. Gewogen habe ich mich nur ein, zwei Mal im Jahr. Das Gewicht lag hoch? Egal, meine Fettlogik griff: „Es kommt nicht aufs Gewicht an, Hauptsache es sieht gut aus.“ Und: „Ein paar Kilo mehr sind ja nicht so schlimm.“ Die Steigerung: „Ein echter Mann hat sowieso ein bisschen mehr auf den Rippen.“

Mein Körpergefühl war für den selbigen. Ich dachte irgendwie, das merkt man doch, wenn man zu dick ist. Wie kann man das denn nicht merken? Tjo… Das geht so:

Im Laufe der letzten Jahre hat sich mein Gewicht immer mal verändert. Eine Zeit lang habe ich bewusst weniger gegessen und dadurch viele Kilos abgenommen. Durch Umzüge hatten sich meine Lebensumstände geändert. Nach meiner Ausbildung habe ich abrupt mit Sport aufgehört.

Im Nachhinein muss ich sagen, dass ich gar kein Gefühl mehr dafür habe, wann ich wie schwer war. Vor dreieinhalb Jahren bin ich von Frankfurt nach Bremen gezogen. Wie schwer oder wie viel Bauch ich da hatte? Keine Ahnung. In Bremen ist es erstmal wieder mehr geworden, das weiß ich. Aber wie viel und in welchem Zeitraum? Gab es zwischendurch „stabile“ Phasen? Keine Ahnung, ich müsste mein Umfeld nach Einschätzungen fragen.

Der Startschuss

Nachdem ich das Buch gelesen habe, war mir klar: Das ziehst du jetzt durch. Du wirst dich gesünder und besser fühlen. Und auch ein Gefühl von: „Das ist so einfach, das wird klappen!“

Also: Körperwaage auf Amazon (inkl. Messung des Körperfettanteils*) bestellt. Täglich wiegen. Genau Kalorien zählen (kostenlos auf fddb.info, inkl. App). Kalorienbedarf per www.diaethelfer.com ausgerechnet und ein Tagesziel gesetzt.

Das Buch selbst schreibt Kalorienzählen übrigens nicht als Allheilmittel vor. „Friss die Hälfte“, Low-Carb, Weight Watchers und Co funktionieren – so lange man weniger zu sich nimmt, als man verbraucht. Gerade diese Freiheit macht das Buch so lesenswert.

Die harten Zahlen

Zum Vergleich: Ich bin 27 Jahre alt und 1,83m groß. Mein Zielgewicht ist 74kg. Das liegt genau in der Mitte von 64kg – 84kg, dem medizinischen Idealbereich für meinen Körper. 75kg ist für mich eine Art optische Schwelle, da will ich einfach gerne drunter. Natürlich gilt: Wenn ich mich irgendwann unwohl fühle oder es komisch wird, lebe ich auch gerne mit mehr Kilos. Aber im gesunden Bereich, unter 84kg, sollte es sein.

Mitte 2015 dürfte ich bei meinem bisherigen Maximum von ca. 105kg gewesen sein. Übrigens: Bei dem Gewicht habe ich schon Adipositas. Ja, richtig gelesen. Da werden Diabetes, Herzkrankheiten und weitere, unschöne Dinger zu echten Risikofaktoren. Das betone ich so sehr, weil ich selbst eine völlig falsche Vorstellung davon hatte, wann Adipositas eigentlich anfängt. Ich hätte nie gedacht, dass ich da schon adipös war.

Am 15.08.2015 mit ca. 105kg, das ergibt einen BMI von 31,4 und damit Adipositas.
Am 15.08.2015 mit ca. 105kg, das ergibt einen BMI von 31,4 und damit Adipositas.

Am 28.01.2016 habe ich schließlich mit dem Kalorien zählen angefangen. Ich wog 99,9kg, hatte einen BMI von 29,8 und einen Körperfettanteil von 24,3%. Das Bild hier ist vom 18.01.2016, das dürfte noch in etwa das gleiche Gewicht sein. Da war ich an der Grenze zur Adipositas.

Am 18.01.2016 mit ca. 100kg, das ist bei meiner Größe gerade so nicht mehr Adipositas.
Am 18.01.2016 mit ca. 100kg, das ist bei meiner Größe gerade so nicht mehr Adipositas.

Seitdem wiege ich mich täglich. Die Waage erfasst neben dem Gewicht auch den Fett-, Wasser- und Muskelanteil. Das finde ich sehr praktisch, da es auf Dauer ein gutes Gesamtbild ergibt. Das Problem ist nämlich: Dank Wassereinlagerungen im Körper, dem Essen im Magen & Verdauungstrakt und anderen Faktoren schwankt das Körpergewicht auch mal um mehrere Kilo. Deshalb sieht die Linie so unruhig aus.

Mein Gewichtsverlauf vom 28.01.16 – 08.03.16. Erstellt mit <a title=
Mein Gewichtsverlauf vom 28.01.16 – 08.03.16. Erstellt mit <a title=

Mit der Zeit zeigt sich immer derselbe Rhythmus: leichte Zunahme, stärkere Abnahme, leichte Zunahme, stärkere Abnahme… Zwischendurch noch „Plateaus“, wo sich das Gewicht über mehrere Tage kaum ändert.

Das Wissen, dass das Buch rund um die Abnahme herum vermittelt, hilft sehr. All diese Entwicklungen, Plateaus, etc. wurden im Buch genauso vorhergesagt. Bei einem Plateau oder einer Zunahme weiß ich genau: Du hast mehr verbraucht als du zu dir genommen hast. Dein Körper lagert Wasser ein. Die Zunahme heißt nur, dass es danach umso stärker nach unten geht.

Am 20.02. wog ich 94,2kg (BMI 28,1). Das sah so aus:

Am 20.02.2016 mit 94,2kg (BMI 28,1)
Am 20.02.2016 mit 94,2kg (BMI 28,1)

Da bekam ich schon die ersten Komplimente, dass ich ja abgenommen hätte. Insgesamt finde ich, dass 5kg mehr oder weniger schon im Gesicht sichtbar sind.

Mittlerweile bin ich sogar bei 91,7kg. Ich kann den Gürtel schon drei Löcher enger schnallen und meine engeren Hosen passen wieder. Das macht Laune.

Am 09.03.2016 mit 91,7kg (BMI 27,4)
Am 09.03.2016 mit 91,7kg (BMI 27,4)

Die Kalorien

Mein Tagesziel liegt bei 1.630 kcal. Das entspricht ca. 80% des Tagesbedarfs meines Zielgewichts von 74kg (ohne Sport). Zum Vergleich: Eine Tafel Vollmilchschokolade (100g) hat durchschnittlich 535kcal. Eine unbelegte Scheibe Brot hat etwa 120 kcal.

Es gibt verschiedene Wege um das persönliche Tagesziel zu wählen. Ich habe mich lieber für 80% vom Zielgewicht entschieden, sodass ich mich nur einmal an eine niedrige Kalorienzahl gewöhnen muss. So komme ich gut klar und freue mich darauf, wenn ich auf der Zielgeraden mit mal mehrere hundert kcal pro Tag zusätzlich essen darf.

Wie läuft es bisher so?

Die ersten Wochen waren erstaunlich einfach. Nur zu Anfang war es ungewohnt, anders zu essen. Ich habe versteckte Kalorienbomben entdeckt, die mir vorher nicht bewusst waren. So habe ich in der Vergangenheit am Wochenende gerne ausgiebig gefrühstückt, ausgiebig zu Abend gegessen und mir dann noch mal was Süßes gegönnt. Das kann nicht funktionieren. Aber bisher hatte ich da nie drüber nachgedacht.

Bei den meisten Sachen fällt mir der Verzicht nicht schwer. Durch das Zählen ist mir klar, wie viele Kalorien etwas hat. Sprich: Wie teuer ist es im Verhältnis zu meinem Tagesbudget. Ich weiß, wie gut es mir schmeckt – oder auch nicht. Sachen, die im Verhältnis zur Kalorienzahl nicht gut genug schmecken, werden ausgemerzt.

Im Endeffekt macht mir das super Spaß. Ich brauche nie ein schlechtes Gewissen haben, wenn ich mir was gönne. Ich merke jetzt erst, wie oft ich früher dieses schlechte Gewissen unterdrückt habe. Ehrlich gesagt esse ich jetzt mehr Süßkram als vorher und nehme trotzdem viele Kilos ab – weil ich entsprechend bei den Hauptmahlzeiten gegensteuere.

Für mich funktionieren gemüselastige Speisen gut (man könnte sagen: vegane Speisen). Veganes Chili oder veganes Curry. Super lecker, schön scharf und kaum Kalorien! Selbst große Portionen von 500g haben da gerade mal 200kcal. Das heißt: Eine volle Müsli-Schale mit Curry hat weniger Kalorien als eine halbe Tafel Schokolade. So macht Essen Spaß.

Mein persönlicher Tipp für Heißhunger: Wackelpudding mit Süßstoff zubereiten. Das hat kaum Kalorien. In den ersten Wochen habe ich davon mehr gegessen, als ich bereit bin zuzugeben.

Wie geht es weiter?

Der Rechnung nach müsste ich so in 3 – 4 Monaten mein Zielgewicht erreichen. Ich kann kaum glauben, dass das so einfach gehen soll. Das wäre der Hammer!

Angst vorm Scheitern habe ich nicht, dafür fällt es mir im Moment viel zu leicht. Ich kann es nicht oft genug sagen, denn es glaubt mir anscheinend kaum jemand: Mir schmeckt das Essen mit Zählen mehr, denn so hole ich viel mehr Genuss aus den Kalorien raus und nehme trotzdem ab.

Wenn du jetzt selbst Lust bekommen hast, etwas für dich zu tun, hol dir das Fettlogik-Buch* und entdecke den Spaß daran, selbst das eigene Gewicht bestimmen zu können. Sprich mich gerne an, wenn du Fragen hast.

Nützliche Links:

Sven Meyer

Über den Autor Sven Meyer

Ich bin Sven Meyer und unterstütze Selbstständige, ihr Business auf gesunde Beine zu stellen. Die Kernzutaten: organisiert arbeiten, die richtige Technik und clevere Abläufe. So steht dem Wachstum nichts im Weg!


Bildquelle(n):
  • »« by ( )


Kommentar schreiben:


stella - 09.03.2016 08:09h:

Vielen Dank für deinen Bericht, das motiviert echt sehr.
Ich wünsche dir weiterhin viel Erfolg !
Liebe Grüße
Stella

Sven Meyer - 09.03.2016 08:18h:

Hoi Stella,

super, das freut mich - genau dafür habe ich den Artikel geschrieben :)

Dir auch viel Erfolg!


Viele Grüße
Sven


Dennis - 09.03.2016 11:17h:

Moin Sven!

Großes Kompliment, man sieht es dir wirklich an, dass du abgespeckt hat. Mir ist in den letzten Monaten ungefähr das gleiche passiert. Ich habe auch knapp 10 Kilo verloren über Macros zählen. (Nicht genau das gleiche wie beim Kalorien zählen).

Und auch mir fällt es lächerlich einfach inzwischen. Ich bin grad umgestiegen darauf, mit fasten zu experimentieren. Das heißt das erste Essen am Tag nehme ich so ab 15,16 Uhr zu mir und vorher nur Wasser und schwarzer Kaffee.

Und glaub es oder nicht - es fällt ziemlich einfach. Und ich habe das Gefühl geistig fitter zu sein in der Fastenzeit. Plus es gibt mir unglaublichen Spielraum für meine Mahlzeiten am Abend dann.

Habe allerdings bemerkt, dass ich dazu neige, dann zu viel zu essen, was dem leeren Magen dann nicht zu gut tut. Aber da werde ich weiter testen und schauen, wie ich das hinbekomme. Insgesamt aber eine tolle Story.

Mein Zielgewicht ist noch 5 Kilo entfernt (Ich will auf unter 80) und ich plane, es in 6-8 Wochen zu realisieren.

Weiter gehts! Dir weiterhin viel Erfolg, du machst das schon! ;-)

Liebe Grüße
Dennis

Sven Meyer - 09.03.2016 11:51h:

Hallo Dennis,

vielen Dank :)

Cool, dass du die gleiche Erfahrung gemacht hast: So schwer ist das alles eigentlich gar nicht, wenn man einmal die Basics beherrscht.

Das Fasten klingt interessant. Ich schaue mittlerweile bewusster, ob und wann ich wirklich Hunger habe. Dadurch esse ich inzwischen auch später - früher musste ich direkt nach dem Aufstehen unbedingt etwas essen! Im Nachhinein eigentlich ganz schön krass.

Ja, ich sehe in letzter Zeit öfters den Foodporn, den du da abends auf Facebook veranstaltest. Schaut lecker aus ;)

Dir auch viel Erfolg! Bin gespannt, wie es bei uns in 8 Wochen ausschaut :)


Liebe Grüße
Sven


Heri - 10.03.2016 11:55h:

Wow Super Leistung!
Ich finde es absolute toll zu sehen, dass ein Mensch sich so rein hängt und wirklich abnimmt.
Der Hammer:)

Sven Meyer - 11.03.2016 10:23h:

Hallo Heri,

vielen Dank :)


Viele Grüße
Sven


Jochen - 12.03.2016 04:39h:

Hi Sven,
wenn ich mir die Bilder anschaue, bist du auf einem guten Weg. Ich find's beachtlich, dass du trotz sehr ehrgeizigem Endziel auch schon während des Weges zufrieden bist.
Ich habe insgesamt ca. 22 Kilo abgenommen, nachdem ich mir ursprünglich 8 Kilo vorgenommen hatte. Das fand ich einfacher, denn hätte ich immer die 22 als Ziel vor mir gehabt, wäre ich schnell frustriert gewesen. Aber da tickt ja auch jeder ein wenig anders.
Also, von mir Herzlichen Glückwunsch. Und das bisschen, das jetzt noch übrig ist, schaffst du auch noch.

Sven Meyer - 12.03.2016 09:30h:

Hoi Jochen,

Dankeschön. Ist doch super, dass du doch so viel abgenommen hast :)

Ach, ich glaube das hängt vom Typ ab. Mir fällt es leichter, ein größeres Ziel anzugehen: So lohnen sich die Investition und Mühen wenigstens richtig.


Viele Grüße
Sven

Nicht verpassen!
Abonniere meinen Newsletter:
Bekomme eine E-Mail, wenn es Neues gibt.